Was tun mit Ästen nach dem Schnitt im Obstgarten und Garten?

Was tun mit Ästen nach dem Schnitt im Obstgarten und Garten?

Im späten Winter und frühen Frühling hört man in Obstgärten, Beerenplantagen und Gärten das Klappern von Gartenscheren und sogar das Geräusch von Motorsägen. Kein Wunder: Der Rückschnitt ist ein notwendiger Vorgang für üppiges Wachstum, reiches Blühen und Fruchtbildung. Doch in der Natur geht nichts verloren: nach dem Schnitt von Bäumen und Sträuchern bleibt eine große Menge Äste zurück. Was soll man mit ihnen machen? 

Auf keinen Fall dürfen sie verbrannt werden! Das Verbrennen von Pflanzenabfällen auf Privatgrundstücken kann eine Geldstrafe von 500 bis sogar 5000 PLN nach sich ziehen!

Während Abfälle aus einem privaten Garten in kleine Stücke geschnitten und in die braune „Bio“-Tonne geworfen werden können, erfordert die Entsorgung von Ästen aus einem gewerblichen Obstgarten den Abschluss eines individuellen Vertrags mit einem Unternehmen, das zur Abholung von Grünabfällen berechtigt ist. STOPP! Statt Äste als Abfall zu behandeln, ist es besser, sie sinnvoll zu nutzen!

 

Wie kann man Äste zur Herstellung von Holzhackschnitzeln nutzen? 

Geschnittene Äste sind ein wertvoller ökologischer Rohstoff! Mit einer Holzzerkleinerungsmaschine können sie zu Holzhackschnitzeln verarbeitet werden – einem Material, das im Garten, auf dem Bauernhof und im Haushalt nützlich ist. Sie können auf viele Arten verwendet werden, unter anderem zum Mulchen von Pflanzen, zur Herstellung von organischem Dünger, Brennstoff und vielem mehr.

Wenn man sich entscheidet, Äste zu hacken, ist es wichtig, das richtige Maschinenmodell zu wählen, das an die Größe der Holzabfälle angepasst ist. Zum Beispiel verarbeitet der elektrische CR-60 Häcksler Äste mit einem Durchmesser von bis zu 6 cm. Dickere Äste mit einem Durchmesser von bis zu 10 cm erfordern eine leistungsstärkere Maschine, wie den CR-500 Asthäcksler. Dicke, harte Äste und Stammfragmente sind eine Herausforderung, die der CR-700 Häcksler mit Elektromotor, Verbrennungsmotor oder PTO-Antrieb bewältigen kann.

 

Mulchen mit Holzhackschnitzeln

Holzhackschnitzel eignen sich zum Mulchen von Pflanzen im Garten, Obstgarten und in Beerenplantagen. Eine mehrere Zentimeter dicke Schicht Hackschnitzel ist eine Alternative zu beliebter Kiefernrinde und Stroh. Als organischer Mulch verlangsamen sie das Austrocknen des Bodens, reduzieren das Wachstum von Unkraut und schützen die Wurzeln vor extremen Temperaturen: Sommerhitze und Winterfrost. Gleichzeitig bilden sie einen beeindruckenden Hintergrund für die Blätter und Blüten von Zierpflanzen. Beim Anbau von Erdbeeren oder Gemüse verhindern sie, dass die Ernte mit Erde verschmutzt wird. Mit der Zeit zersetzen sich kleine Holzstücke allmählich, reichern den Boden mit Humus an und verbessern seine Struktur. Achtung: Beim Mulchen von Pflanzen mit frischen Hackschnitzeln sollte anfangs eine zusätzliche Dosis Stickstoffdünger ausgebracht werden! Sie dient als „Treibstoff“ für nützliche Bakterien und Pilze, die Holz zersetzen, wodurch verhindert wird, dass Mikroorganismen dieses Element den Pflanzen entziehen.

Die Holzart ist wichtig! Aufgrund ihrer sauren Reaktion eignen sich Nadelholz-Hackschnitzel am besten zum Mulchen von Pflanzen wie Rhododendren, Hortensien, Heidelbeeren und Heidekraut. Zerkleinertes Laubholz hat eine nahezu neutrale Reaktion und eignet sich daher für die meisten Garten- und Obstkulturen. Ein Häcksler mit Verbrennungsmotor oder PTO-Antrieb ermöglicht die Herstellung von Holzhackschnitzeln direkt vor Ort aus Ästen nach dem Obstbaumschnitt, die anschließend sofort rund um die Baumstämme und zwischen den Reihen verteilt werden können.

 

Holzhackschnitzel für Wege und Flächen

Holzhackschnitzel können zum Abdecken von Wegen und anderen Gartenflächen sowie der Zwischenreihen in Obstgärten und Beerenplantagen verwendet werden. Sie passen hervorragend in Gärten im naturbelassenen oder rustikalen Stil. Sie eignen sich auch perfekt für Spielplätze – eine Schicht Hackschnitzel sorgt für eine weiche Landung nach einem Sturz von Leitern oder Schaukeln. 

Als Oberflächenmaterial sind besonders gröbere Fraktionen zerkleinerter Holzstücke nützlich, die mit Asthäckslern mit einstellbarer Hackschnitzelgröße im Bereich von 5–50 mm gewonnen werden können.

 

Kompostierung von Ästen

Äste von Bäumen und Sträuchern eignen sich hervorragend zum Kompostieren, sollten jedoch zuvor zerkleinert werden. Kleine Holzstücke zersetzen sich bereits nach wenigen Monaten und verwandeln sich in organischen Dünger. Dicke Äste würden hingegen mehrere Jahre benötigen! Holzhackschnitzel und Sägemehl gehören zu den sogenannten braunen Pflanzenabfällen, die reich an Kohlenstoff sind. Um hochwertigen Kompost zu erhalten, sollten sie mit grünen, stickstoffreichen Abfällen wie gemähtem Gras sowie Obst- und Gemüseresten gemischt werden.

 

Pilzzucht auf Holzhackschnitzeln

Laubholz-Hackschnitzel sind ein ausgezeichnetes Substrat für den Anbau von Pilzen, die von Natur aus saprotroph sind und an die Zersetzung von Holz und anderen organischen Stoffen angepasst sind. Dazu gehören beispielsweise weiße und braune Champignons, verschiedene Austernpilzarten, orientalische Shiitake-Pilze sowie der wenig bekannte Braunkappenpilz. Nadelholz-Hackschnitzel eignen sich nur für bestimmte Pilzarten, darunter der gelbliche Lackporling, bekannt als Reishi.

 

Holzhackschnitzel als Einstreu für Tiere

Holzhackschnitzel sind ein geeignetes Einstreumaterial für verschiedene Tierarten, wie Pferde, Rinder, Ziegen, Geflügel und Tauben. Zerkleinerte Äste zeichnen sich durch hohe Saugfähigkeit und die Fähigkeit aus, Gerüche zu neutralisieren. Mit der Zeit nutzt sich diese Art von Einstreu ab, verliert aber keineswegs ihren Nutzen! Kleine Holzstücke, gemischt mit tierischen Exkrementen, werden zu einem äußerst wertvollen Dünger für Gärten sowie landwirtschaftliche und obstbauliche Kulturen.

 

Räucherchips direkt aus dem Obstgarten

Zerkleinertes Obstholz wird von Kennern als Brennstoff für Räucheröfen geschätzt, ebenso wie Chips aus anderen Laubbäumen wie Ahorn, Buche, Eiche oder Erle. Räucherchips werden normalerweise absichtlich angefeuchtet, um mehr Rauch zu erzeugen, der den Gerichten ein einzigartiges Aroma verleiht. Trockene Holzstücke eignen sich dagegen hervorragend als Anzündholz für Grill, Lagerfeuer oder Kamin.

 

Brennstoff-Hackschnitzel aus Ästen

Sorgfältig getrocknete Holzhackschnitzel können als Brennstoff für eine Zentralheizung verwendet werden. Sie zählen zu den erneuerbaren Brennstoffen und stellen eine ökologische Alternative zu Kohle oder Erdgas dar. Für eine effiziente Verbrennung von Hackschnitzeln ist ein Heizkessel mit Zuführsystem erforderlich, das an pflanzliche Rohstoffe unterschiedlicher Größe angepasst ist. Nicht jeder Pelletkessel eignet sich zum Verbrennen von Hackschnitzeln. Glücklicherweise kann diese Art von ökologischem Brennstoff auch leicht selbst aus verschiedenen Pflanzenabfällen mit einer Pelletmaschine oder einem Granulator hergestellt werden.

23.03.2026 02:34:35
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Der Artikel wurde von Dr.-Ing. Katarzyna Blitek verfasst – Doktorin der Agrarwissenschaften im Bereich Landwirtschaft und Gartenbau. Ihren akademischen Grad erlangte sie an der Naturwissenschaftlichen Universität Breslau mit einer Dissertation über die Weiße Maulbeere. Autorin zahlreicher wissenschaftlicher und populärwissenschaftlicher Texte, die in der Presse und im Internet veröffentlicht wurden. Ihr akademisches Wissen setzt sie in der Praxis ein und teilt es nach Feierabend mit den Lesern der Artikel für das Technomaszbud-Portal. Sie bietet fachliche Unterstützung im Bereich des integrierten und ökologischen Pflanzenanbaus sowie der vielseitigen Nutzung pflanzlicher Rohstoffe in der Verarbeitung und der Produktion erneuerbarer Energien. 

Sie erklärt, wie man dank moderner Agrartechnik höhere Erträge von besserer Qualität erzielen kann, ohne der Umwelt zu schaden, und was man anschließend damit tun kann, um mehr zu verdienen

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