Quetschwalze oder Getreidemühle – was ist besser für die Futterproduktion?

Wenn Sie einen landwirtschaftlichen Betrieb führen oder Tiere halten, haben Sie sich sicherlich schon mehr als einmal gefragt, worin es sich besser lohnt zu investieren – in eine Quetschwalze oder in eine Getreidemühle?
Dass die Qualität des Futters direkten Einfluss auf Wachstum und Gesundheit der Tiere hat, ist für Sie vermutlich selbstverständlich. Doch wie kann man sie verbessern?
Wenn Sie das Futter für Ihren Tierbestand selbst herstellen – ist die Antwort einfach: mit einer Quetschwalze, einer Getreidemühle oder einem Extruder.
Welche dieser Maschinen sollten Sie wählen?
Das hängt von mehreren Faktoren ab. In diesem Artikel versuchen wir, diese Frage ausführlich zu beantworten. Sowohl die Mühle als auch die Quetschwalze dienen demselben Zweck – dem Zerkleinern von Getreide. Allerdings erledigen sie diese Aufgabe auf völlig unterschiedliche Weise. Und genau dieser Unterschied beeinflusst, wie es Ihren Tieren geht.
Quetschwalze – was ist das?
Quetschwalze ist ein Gerät, das Getreide für Futtermittel quetscht. Klingt einfach? Genau darum geht es. Das Funktionsprinzip ist simpel, aber effektiv. Das Getreide läuft durch Walzen, die es flachdrücken, jedoch nicht zu Pulver mahlen. Dadurch bleibt die Struktur erhalten, wird aber für Tiere leichter verdaulich.
Wichtig ist, dass eine Getreidequetsche während des Betriebs keine hohen Temperaturen erzeugt. In diesem Punkt unterscheidet sie sich vom Extruder. Das ist ein großer Vorteil, da das Eiweiß im Getreide unversehrt bleibt – es kommt nicht zur Denaturierung. Das wirkt sich direkt auf den Nährwert des Futters aus. Deshalb eignen sich Quetschwalzen besonders gut für die Milchviehhaltung, wo jedes Gramm Eiweiß zählt.
Maisquetsche – ist das eine gute Lösung?
Ja, auf jeden Fall. Maisquetsche verarbeitet Mais sehr gut, wobei man bedenken sollte, dass Mais härter ist als andere Getreidesorten. Einige Modelle sind speziell dafür ausgelegt – sie verfügen über stärkere Walzen und höhere Leistung. Die in unserem Sortiment erhältlichen Quetschwalzen eignen sich hervorragend zur Verarbeitung von Mais. Wenn Sie Rinder halten und über eigene Maiskolben verfügen, ist eine Quetschwalze die ideale Wahl.
Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Nachbarn, der jahrelang Mais für seine Kühe gemahlen hat. Er sagte, die Milch sei in Ordnung gewesen, doch seit dem Wechsel zur Quetschwalze bemerkte er einen Unterschied – die Kühe fühlten sich besser und der Fettgehalt der Milch stieg leicht an. Außerdem gab es weniger Staub im Stall, was ebenfalls nicht unerheblich ist.
Daher ist für Rinder eine Quetschwalze die bessere Wahl.
Getreidemühle – ein Klassiker mit seinem Platz
Getreidemühle ist eine ganz andere Maschine. Hier wird das Getreide stark zerkleinert, manchmal fast zu Mehl. Auf dem Markt stehen verschiedene Typen zur Auswahl: Hammermühle (Saug-Druck-System), Walzenmühle, Steinmühle und Scheibenmühle. Jede hat ihren eigenen Anwendungsbereich, doch alle haben eines gemeinsam – sie produzieren fein gemahlenes Futter.
Bei hoher Drehzahl erhitzt sich die Mühle, wodurch das Eiweiß im Getreide gerinnt. Einfach gesagt – das Futter verliert an Nährwert. Es ist kein Weltuntergang, aber man sollte es wissen, besonders wenn man Wert auf hochwertiges Rinderfutter legt.
Andererseits ist die Getreidemühle für Schweine oder Geflügel ideal geeignet. Diese Tiere benötigen feineres Futter, das leichter verdaulich ist. In diesem Fall ist Mahlen sinnvoller als Quetschen.
Quetschwalze oder Mühle – was wählen für Ihre Tiere?
Das hängt hauptsächlich davon ab, welche Tiere Sie halten und welches Getreide Sie verarbeiten.
Für Rinder – eindeutig die Quetschwalze
Wenn Sie Milchkühe oder Mastbullen halten, entscheiden Sie sich für eine Quetschwalze. Das Futter aus der Quetschwalze enthält mehr verdauliches Eiweiß und weniger Staub, der zu Pansenazidose führen kann. Und das ist ein ernstes Problem – Azidose kann den Tieren erheblich schaden und die Milchleistung verringern.
Eine Quetschwalze ermöglicht außerdem eine bessere Kontrolle der Partikelgröße, was bei der Fütterung von Wiederkäuern wichtig ist. Zu fein gemahlenes Futter ist für sie ungeeignet, da es den natürlichen Verdauungsprozess im Pansen stört.
Für Schweine und Geflügel – eignet sich die Mühle
Hier ist die Situation umgekehrt. Schweine und Geflügel benötigen feineres Futter, das schnell verdaut wird. Getreidemühle liefert genau das, was diese Tiere brauchen. Außerdem ist sie in der Anschaffung günstiger, was besonders bei kleineren Betrieben von Bedeutung ist.
Wenn Sie verschiedene Tierarten halten, kann es sinnvoll sein, beide Geräte zu besitzen. Müssen Sie sich jedoch für eines entscheiden, überlegen Sie, welcher Bereich den Schwerpunkt Ihres Betriebs bildet.
Praktische Aspekte – Kosten und Betrieb
Eine Quetschwalze verbraucht weniger Strom als eine Getreidemühle. Sie hat weniger bewegliche Teile, wodurch weniger Ausfälle zu erwarten sind. Auch die Wartung ist einfacher. Nachteil ist, dass das gequetschte Futter nicht lange gelagert werden sollte – Fette und Vitamine oxidieren schnell. In der Praxis bedeutet das, dass Sie „nach Bedarf“ quetschen müssen.
Die Getreidemühle ist meist günstiger in der Anschaffung, verursacht jedoch höhere Stromkosten. Sie ist auch lauter und erzeugt viel Staub, was störend sein kann. Andererseits lässt sich gemahlenes Futter etwas besser lagern, sollte jedoch ebenfalls nicht monatelang aufbewahrt werden.
Leistung – wählen Sie die Maschine entsprechend der Betriebsgröße
Sowohl Quetschwalzen als auch Mühlen sind in unterschiedlichen Leistungsstufen erhältlich – von kleinen Modellen mit 30–50 kg pro Stunde bis hin zu Produktionsmaschinen mit bis zu 10 Tonnen. Berechnen Sie vor dem Kauf, wie viel Futter Sie täglich tatsächlich benötigen. Es macht keinen Sinn, für eine Leistung zu zahlen, die Sie nicht ausschöpfen.
Meiner Erfahrung nach ist es besser, eine etwas größere Maschine zu haben als eine zu kleine. Sie können immer einen Vorrat für einige Tage herstellen und müssen nicht stundenlang am Gerät stehen.
Zusammenfassung – was wählen: Quetschwalze oder Mühle?
Auf die Frage „Quetschwalze oder Mühle?“ gibt es keine eindeutige Antwort. Es hängt von Ihrem Betrieb ab:
- Getreidequetsche – hervorragende Wahl für Rinder, insbesondere Milchkühe. Erhält den Nährwert, erzeugt keinen Staub, verbraucht weniger Strom. Nachteil? Das Futter verdirbt schneller.
- Getreidemühle – ideal für Schweine und Geflügel. Günstiger, produziert feines Futter. Zerstört jedoch einen Teil des Eiweißes und verursacht höhere Betriebskosten.
Wenn Sie hauptsächlich Rinder und Mais haben, ist eine Maisquetsche die beste Wahl. Für Schweine oder Hühner wird eine Mühle nicht enttäuschen. Und bei gemischter Tierhaltung? Vielleicht lohnt es sich, über beide Maschinen nachzudenken – auch wenn das natürlich eine Frage des Budgets ist.
Am wichtigsten ist es, vor dem Kauf Ihre Bedürfnisse genau zu analysieren. Sprechen Sie mit anderen Landwirten, prüfen Sie Bewertungen bestimmter Modelle. Denn obwohl es „nur“ eine Maschine zur Getreideverarbeitung ist, hat sie einen realen Einfluss auf die Gesundheit Ihrer Tiere und die Rentabilität Ihres gesamten Betriebs.










