Briketts – universeller Brennstoff

In Zeiten eines wachsenden Umweltbewusstseins verzichten immer mehr Menschen bewusst auf die Verwendung fossiler Brennstoffe in ihren Haushalten. Dies muss jedoch keineswegs irgendeinen Verzicht bedeuten. Es gibt nämlich viele ökologische Alternativen zu Kohle oder Gas. Ein solches Material ist das effiziente und leicht herzustellende Brikett – also gepresster Brennstoff in Form von Blöcken, hergestellt aus Biomasse, also Abfällen natürlichen Ursprungs.
Schauen wir es uns genauer an.
Arten von Briketts
Zu Beginn ist hervorzuheben, dass wir mehrere Arten von Briketts unterscheiden. Das Kriterium dieser Einteilung ist in erster Linie das Material, aus dem die jeweilige Variante hergestellt wird:
Holzbriketts
Diese Briketts werden aus Sägemehl, Spänen oder anderen Holzabfällen hergestellt. Sie sind relativ umweltfreundlich, da sie eine geringe Menge Rauch und Asche erzeugen. Der Heizwert von Holzbriketts liegt zwischen 18 und 22 MJ/kg, was sie zu einer idealen Lösung für Hausöfen, Kamine und Biomasseöfen macht.
Briketts aus Biomasse
Hergestellt aus verschiedenen pflanzlichen Abfällen wie Sonnenblumenschalen, Stroh oder Oliventrester. Der Heizwert dieser Briketts beträgt in der Regel 15–20 MJ/kg, und ihr Hauptvorteil besteht darin, dass sie aus zur Entsorgung bestimmten Rohstoffen hergestellt werden. Die Verbrennung von Biomasse hat eine geringere Auswirkung auf die Umwelt als beispielsweise die Nutzung fossiler Brennstoffe, da das bei der Verbrennung freigesetzte Kohlendioxid durch das CO2 ausgeglichen wird, das Pflanzen im Prozess der Photosynthese aufnehmen.
Briketts aus Papierabfällen
Eine separate Unterkategorie sind Briketts, die aus Papierabfällen und Altpapier hergestellt werden. Obwohl sie weniger verbreitet sind als andere Varianten, finden sie Anwendung in einigen Industrieöfen und -kesseln. Ihr Heizwert ist niedriger als bei Biomasse oder Holz. Dennoch sind sie eine ökologische Alternative, die dazu beiträgt, die Abfallmenge zu reduzieren.
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Herstellungsprozess von Briketts
Die Herstellung von Briketts ist ein relativ einfacher Prozess, erfordert jedoch eine entsprechende technische Ausstattung in Form einer Brikettiermaschine.
Er lässt sich in wenigen einfachen Schritten zusammenfassen:
Vorbereitung des Rohmaterials
Die zur Herstellung von Briketts verwendeten Rohstoffe wie Holz oder Biomasse müssen zunächst entsprechend vorbereitet werden. Dazu gehört häufig ihre vorherige Zerkleinerung (hierfür benötigen wir einen Zerkleinerer oder Häcksler) und anschließend das Trocknen. Je geringer die Feuchtigkeit des Rohmaterials, desto effizienter ist die Verbrennung der daraus hergestellten Briketts.
Brikettierung
Nach der Vorbereitung des Rohmaterials wird das Material in die Brikettiermaschine eingebracht. Dort findet der Brikettierungsprozess statt, also das Pressen des Rohmaterials unter hohem Druck. In dessen Folge erhält das Rohmaterial eine kompakte, dichte Form. Das lose Ausgangsmaterial wird zu festen Blöcken mit Größen geformt, die von den Parametern der Brikettiermaschine abhängen.
Kühlung und Verpackung
Die fertigen Briketts werden gekühlt und anschließend, sofern sie für den Verkauf bestimmt sind, so verpackt, dass ihr einfacher Transport und ihre Lagerung ermöglicht werden. Viele Briketts werden in Säcke mit einem bestimmten Gewicht verpackt, was ihre Distribution auf dem Markt erleichtert.
Ein wichtiger Vorteil der Brikettherstellung ist die Möglichkeit, Abfälle zu nutzen, die andernfalls auf Deponien gelangen könnten. Dadurch ist der Herstellungsprozess von Briketts auch aus Sicht des Umweltschutzes vorteilhaft, da er die Wiederverwendung von Materialien ermöglicht, die andernfalls als Abfall betrachtet werden könnten.
Verbrennungsparameter von Briketts
Die Effizienz der Verbrennung von Briketts hängt von ihrem Heizwert, ihrer Feuchtigkeit und ihrer Dichte ab. Ein hoher Heizwert bedeutet eine größere Energiemenge, die aus einer Masseneinheit des Brennstoffs gewonnen wird. Briketts verbrennen aufgrund ihrer Dichte und geringen Feuchtigkeit (im Vergleich z. B. zu losem Holz) effizient und erzeugen eine große Menge Wärme.
Ungefähre Heizwerte für verschiedene Briketts sind wie folgt:
- Holzbriketts: 18–22 MJ/kg
- Briketts aus Biomasse: 15–20 MJ/kg
- Brikett aus Altpapier: 14–18 MJ/kg
Anwendung von Briketts
Briketts finden sowohl in Haushalten als auch in der Industrie breite Anwendung. Sie können erfolgreich zum Heizen von Hauskesseln und zur Wärmeerzeugung für den eigenen Haushalt verwendet werden. Im Gegensatz zu Pellets erfordert das Brikett weniger spezialisierte Heizgeräte. Mit Briketts kann sogar im Kamin oder in einem sogenannten „Kaminofen“ geheizt werden.
Briketts bewähren sich auch in der Industrie. Ihre Verbrennung kann Wärme und Energie für Produktionshallen und verschiedenste Betriebe erzeugen. Ein interessantes Beispiel für eine solche Anwendung sind verschiedenste Papierfabriken. In einer solchen Situation kann ein aus Papierresten hergestelltes Brikett als Brennstoff zur Erzeugung von Elektrizität, Dampf oder Wärme dienen, die für die weitere Papierproduktion erforderlich sind.
Zusammenfassung
Briketts sind ein vielseitiger, effizienter und ökologischer Brennstoff, der breite Anwendung in häuslichen Heizsystemen, der Industrie und der Energiewirtschaft findet. Dank der Vielfalt an Brikettarten können sie an unterschiedliche Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden. Ihr Herstellungsprozess ist relativ einfach, und ihre Verbrennung ist effizienter und umweltfreundlicher als bei traditionellen fossilen Brennstoffen. Briketts erfordern zudem keine umfangreiche technische Ausstattung in Form spezialisierter Kessel oder Brenner (wie es beispielsweise beim Pellet der Fall ist).
Ihr größter Vorteil scheint jedoch die Tatsache zu sein, dass jeder Haushalt, der erhebliche Mengen an Bioabfällen erzeugt, mit relativ geringem Aufwand die eigenständige Produktion dieses Brennstoffs aufnehmen und sich auf diese Weise von externen Lieferanten unabhängig machen kann.






