Brikett oder Kohle? Welchen Brennstoff wählen?

Die Wahl des Brennstoffs für einen heimischen Ofen, Heizkessel oder Gartengrill kann eine echte Herausforderung darstellen, und die Vielzahl an Möglichkeiten kann einen schwindelig machen. Auf der Suche nach Hinweisen kann man im Internet auf unterschiedliche Meinungen stoßen – Befürworter von Briketts oder Enthusiasten von Holzkohle. Werfen wir also einen genaueren Blick auf diese beiden Brennstoffe.
Brikett und Holzkohle - Herstellung
Ein Brikett ist ein Brennstoffmaterial, das meist in Form von Blöcken aus gepresstem, feinkörnigem Festbrennstoff vorkommt. Für seine Herstellung werden Sägemehl, Torf, Steinkohlenstaub, Stroh sowie andere Abfälle der landwirtschaftlichen Produktion verwendet. Die oben genannten Materialien gelangen in eine Brikettiermaschine wo sie dem Brikettierprozess unterzogen werden, der im Pressen fein gemahlener Abfälle unter hohem Druck ohne Verwendung von Bindemitteln besteht.
Holzkohle, manchmal auch Kohlenruß genannt, ist ein Brennstoff, der durch trockene Destillation von Holz entsteht. Die grundlegende Methode zur Gewinnung von Holzkohle ist das Verkohlen - heutzutage in Stahlretorten mit sehr großem Volumen durchgeführt. Im Gegensatz zu Briketts verliert Holzkohle 80 Prozent der Masse des Ausgangsstoffs. Zum Vergleich: Bei einer Ausgangsmasse von 5 Kilogramm Biomasse kann eine Pelletpresse 3,3 kg Pellet erzeugen, während beim Verkohlen von 5 kg Holz ein Kilogramm Holzkohle entsteht.
Anwendung dieser Brennstoffe
Das Brikett als Brennstoff hat sehr viele Arten und Anwendungen. Es wird in Kachelöfen, Heizkesseln oder Kaminen verbrannt. Kohlebriketts werden auch zu Freizeitzwecken, z. B. zum Grillen, verwendet. Aufgrund seiner Eigenschaften dient es auch als Anzündbrennstoff – ein solcher, dem nach dem Entzünden der Zielbrennstoff hinzugefügt wird.
Holzkohle hat derzeit nur eine freizeitliche oder kulturelle Verwendung. Aufgrund ihrer Brüchigkeit, Neigung zur Staubbildung sowie unverhältnismäßig großem Volumen im Verhältnis zur Masse wird Kohlenruß immer seltener als Brennstoff für einen Ofen oder Kessel verwendet. Dieser Brennstoff hat jedoch viele Anhänger im Bereich der Gastronomie. Dank seines charakteristischen Geruchs und seines natürlichen Ursprungs eignet sich Holzkohle hervorragend zum Grillen und Räuchern – sie verstärkt eindeutig den Geschmack vieler Gerichte, und eine geübte Nase wird ihr „holzartiges“ Aroma leicht erkennen.
Effizienz von Briketts und Effizienz von Holzkohle
Briketts gehören zu den effizienteren Brennstoffen, wenn man die einfache Herstellung berücksichtigt. Der Brennstoff, der durch das Durchführen von Stroh durch eine Brikettiermaschine gewonnen wird, hat einen Heizwert zwischen 15 und 17 MJ/kg. Zum Vergleich: Dieser Wert beträgt bei Steinkohle etwa 30MJ/kg, bei Braunkohle ca. 6MJ/kg und bei Pellet etwa 19MJ/kg. Mehr über die Effizienz von Pellet erfahren Sie in unserem Artikel hier.
Der Energiegehalt von Holzkohle übertrifft die Möglichkeiten von Briketts. Für Kohlenruß beträgt er 30MJ/kg. An dieser Stelle ist die deutlich geringere Dichte von Holzkohle hervorzuheben, die dazu führt, dass sie trotz ihres hohen Energiegehalts ein unpraktischer Brennstoff ist, der viel Lagerraum benötigt. Die Dichte von Holzkohle beträgt 0,2 - 0,5 g/cm3, während die Dichte von Kaminbriketts bei etwa 1,2g/cm3 liegt. In der Praxis bedeutet dies, dass eine Tonne Holzkohle so viel Platz einnehmen kann wie sechs Tonnen Briketts. In Bezug auf Lagerung und Transport ist dies ein schwer zu überschätzender Vorteil.
Brikett und Holzkohle - Ökobrennstoffe?
In Zeiten sich verschärfender Klimaveränderungen und des jährlichen Kampfes gegen Smog in der Winterzeit wird immer häufiger die Frage der niedrigen Emissionen von Brennstoffen thematisiert. Der sogenannte CO2-Fußabdruck, also die Menge an CO2, die beim Verbrennungsprozess in die Atmosphäre freigesetzt wird, ist für viele Verbraucher eines der Kriterien bei der Auswahl von Brennstoffen. Neben Kohlendioxid ist auch die Reduzierung anderer schädlicher chemischer Stoffe wichtig, die durch die Schornsteine unserer Häuser in die Luft gelangen, die wir atmen.
Sowohl bei Briketts als auch bei Holzkohle kann man von emissionsarmen Brennstoffen sprechen, die zu den am wenigsten umweltschädlichen Brennstoffen gehören. Es ist jedoch zu beachten, dass Holzkohle meist aus speziell dafür vorgesehenen Bäumen hergestellt wird. Für diesen Zweck werden nicht selten Flächen anderer Vegetation gerodet. Eine solche Bewirtschaftungsform verringert die Biodiversität der Wälder und fördert nicht das Zusammenleben verschiedener Pflanzen- und Tierarten. Andererseits produzieren die für die Verkohlung bestimmten Bäume während ihres Wachstums Sauerstoff, was ihren CO2-Fußabdruck in gewisser Weise ausgleicht.
In dieser Hinsicht scheint das Brikett, insbesondere dasjenige, bei dessen Herstellung Abfälle in die Brikettiermaschine gelangen, umweltfreundlicher zu sein. Eine positive Eigenschaft von brikettierter Biomasse ist das Verbrennen mit geringer Rauchentwicklung und eine 99-prozentige Ausbrennung der Brikettmasse. Bei den meisten Briketts beträgt die Asche, die als Verbrennungsprodukt entsteht, lediglich ein Prozent der ursprünglichen Masse des Brennstoffmaterials.
Brikett oder Kohle - was ist gesünder?
Viele Hausbesitzer fragen sich, was gesünder ist: das Heizen mit Briketts oder mit Kohle?
Die kurze Antwort lautet: Brikett setzt bei der Verbrennung weniger schädliche Stoffe frei als Kohle und ist daher der gesündere Brennstoff.
Die vollständige Antwort ist jedoch komplexer.
Im Handel erhältliches Brikett ist meist Holzbrikett oder Strohbrikett.
Holzbrikett ist der gesündeste der drei genannten Brennstoffe. Beim Verbrennen von Holzbrikett entstehen weniger Feinstaubpartikel, die schädlich für die Atemwege sind. Strohbrikett kann mehr dieser Partikel sowie andere Schadstoffe wie Stickoxide (NOx) und Schwefeldioxid (SO2) erzeugen, die zur Smogbildung beitragen.
Dennoch schneidet Strohbrikett immer noch besser ab als Kohle. Zu den wichtigsten von Kohle emittierten Schadstoffen gehören Feinstaub, Stickoxide (NOx), Schwefeldioxid (SO2) und Schwermetalle wie Quecksilber und Blei.
Diese Stoffe haben direkte schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und können Erkrankungen des Atem-, Herz-Kreislauf- und Nervensystems verursachen.
Sie wirken sich auch indirekt aus, indem sie zur Entstehung von Smog, saurem Regen und anderen Umweltproblemen beitragen.
Zusammenfassend:
Das einfach herzustellende Brikett ist eindeutig ein Brennstoff mit vielen Anwendungsmöglichkeiten. Dank verschiedener Arten von Brikettiermaschinen kann dieser Brennstoff aus vielen unterschiedlichen Substraten hergestellt werden. Es ist eine günstige, relativ ökologische und effiziente Heizmethode. Holzkohle ist heute eher ein Relikt der Vergangenheit, das in weniger entwickelten Regionen der Welt weiterhin beliebt ist. Dennoch findet sie weiterhin ihre freizeitlichen Anwendungen, und ihr charakteristischer Geruch ist für viele von uns ein untrennbarer Bestandteil des polnischen Urlaubs.
Im direkten Vergleich dieser beiden Brennstoffe scheint das Brikett in allen Kategorien konkurrenzlos zu sein, insbesondere in Bezug auf Effizienz, Vielseitigkeit und Ökologie.
















