Wertvolle Abfälle – ein kurzer Leitfaden zur Nutzung von Rohstoffen

Unabhängig davon, ob Sie eine kleine Werkstatt, einen Verarbeitungsbetrieb, ein Sägewerk oder einen landwirtschaftlichen Betrieb führen – eines ist sicher: Ihre Tätigkeit erzeugt Abfälle. Deren Abführung und Entsorgung ist eine unangenehme und nicht selten kostspielige Pflicht, die mit schwer zu erfüllenden Vorschriften verbunden ist. Ein durchdachtes Abfallmanagement kann jedoch dazu führen, dass man am sprichwörtlichen „Müll“ viel sparen und sogar… verdienen kann.
Schauen wir uns das genauer an.
Wie verwandelt man Abfälle in Brennstoff? – Herstellung von Brennstoffen aus Biomasse
Biomasse – was ist das?
Biomasse ist – kurz gesagt – biologisch abbaubarer Abfall aus der landwirtschaftlichen Produktion pflanzlichen oder tierischen Ursprungs. In der Praxis bedeutet dies alle Arten von Schnittresten, Schalen, Spänen, Sägemehl und ähnlichen Rückständen aus dem Verarbeitungsprozess. Diese Art von Abfällen besitzt ein hohes Energiepotenzial, das mit relativ geringem Aufwand freigesetzt werden kann. Dies liegt daran, dass Pflanzen während ihres Wachstums Energie aus der Sonne aufnehmen. Im Verbrennungsprozess kann diese Energie freigesetzt werden.
Arten von Brennstoffen aus Biomasse
Briketts
Eine der einfachsten Möglichkeiten zur Nutzung von Biomasse ist die Brikettierung. Dieser Prozess besteht im Zerkleinern und anschließenden Pressen von natürlichen Abfällen. Das hierfür notwendige Gerät ist eine Brikettierpresse. Die Herstellung von Briketts beruht auf der Erzeugung eines hohen Drucks im Inneren der Presse, der die Materialpartikel miteinander verbindet und dauerhafte, leicht zu lagernde und zu transportierende Brennbriketts erzeugt.
Der fertige Brennstoff hat meist die Form kleiner Quader. Zu den Materialien, die sich für die Herstellung von Briketts eignen, zählen: Sägemehl, Stroh, Blätter, Gras, Sägewerksabfälle, Getreidespelzen, Pflanzenstängel, nicht genutzte Teile von Pflanzen, Früchten oder Gemüse. Der Heizwert von Briketts kann je nach Art der Biomasse, Feuchtigkeit des Materials und Verarbeitungsmethode variieren. Am energiereichsten sind Briketts aus Sägemehl – mit einem Wert von 17–19 MJ/kg.
Briketts sind hinsichtlich der erforderlichen technischen Ausstattung ein recht universeller Brennstoff. Die beste Effizienz erreichen sie in Biomassekesseln, sie verbrennen jedoch auch problemlos in Universalkesseln, Kohleöfen mit regulierbarer Luftzufuhr oder in Industriekesseln. Seltener, aber ebenfalls erfolgreich, werden sie in Kaminen oder sogenannten „Schwedenöfen“ verbrannt.
Pellets
Ein spezialisierterer und ausgewogenerer Brennstoff aus Biomasse ist das Pellet. Diese Art von Brennstoff wird hauptsächlich aus holzbasierten Abfällen hergestellt – verschiedensten Spänen, Sägemehl, Hackschnitzeln oder Ästen, die zuvor durch einen Holzhäcksler verarbeitet wurden. Die im Vergleich zu Briketts etwas eingeschränktere Rohstoffbasis bringt zahlreiche Vorteile von Pellets mit sich – vor allem hohe Effizienz sowie geringe Rauch- und Aschebildung. Hochwertige Pellets weisen einen Heizwert von 18–20 MJ/kg auf.
Die Pelletproduktion erfolgt in einer Maschine, die als Pelletpresse bezeichnet wird. Ähnlich wie bei der Brikettierung wird das Ausgangsmaterial zerkleinert und anschließend unter hohem Druck gepresst. Dadurch ist im Prozess kein künstliches Bindemittel erforderlich.
Fertige Pellets haben die Form zylindrischer Granulate mit einem Durchmesser von in der Regel nicht mehr als 1,5 cm.
Diese lose Form erleichtert den Transport und vor allem die Dosierung des Brennstoffs, insbesondere in automatisierten Kesseln mit Schneckenförderer. Pellets sind für den Einsatz in speziellen Kesseln bestimmt, die mit einem Pelletbrenner ausgestattet sind. Sie verbrennen mit geringer Rauch- und Aschebildung, da sie weniger Feuchtigkeit enthalten als Holz oder Mischbriketts.
Pellets sind eine moderne Heizlösung, die sich hervorragend für Einfamilienhäuser eignet. Ein richtig konfigurierter Pelletkessel ermöglicht die maximale Nutzung des Energiepotenzials des Brennstoffs, und zunehmend beliebte intelligente Lösungen erleichtern die automatische Pelletdosierung – sogar aus der Ferne mit dem Smartphone.
Herstellung von Brennstoffen aus Biomasse – wirtschaftlich und ökologisch
Die Vorteile der Herstellung von Brennstoffen aus Biomasse sind zahlreich.
Die Produktion von Biomassebrennstoffen ist eine ökologische Lösung, da Biomasse im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen während des Pflanzenwachstums Kohlendioxid (CO₂) aufnimmt und es bei der Verbrennung wieder an die Atmosphäre abgibt. Aus diesem Grund ist der Kohlenstoffkreislauf der Biomasse nahezu neutral, was zur Reduzierung der gesamten Treibhausgasemissionen beiträgt.
Darüber hinaus ist Biomasse eine erneuerbare Energiequelle, da Pflanzen in kurzer Zeit angebaut werden können, wodurch die Produktion von Biomassebrennstoffen nachhaltig ist und keine natürlichen Ressourcen erschöpft. Die Herstellung solcher Brennstoffe ermöglicht zudem die Nutzung landwirtschaftlicher, forstwirtschaftlicher oder industrieller Abfälle. Auf diese Weise kann Verschwendung vermieden werden – etwas, das wohl niemand von uns mag.
Die eigene Brennstoffproduktion kann ebenfalls Einsparungen ermöglichen und im Falle einer Überproduktion sogar Gewinn bringen. Es ist jedoch zu beachten, dass für den legalen Verkauf von Biomassebrennstoffen bestimmte gesetzliche Anforderungen erfüllt werden müssen, einschließlich der Einholung entsprechender Genehmigungen und der Einhaltung von Qualitätsstandards.















