Ganz kalt genommen – also wie man hochwertiges Pflanzenöl presst

Kaltgepresstes Öl – wahrscheinlich hat jeder von uns diesen Begriff schon einmal gehört. Haben Sie sich jedoch jemals gefragt, was das in der Praxis bedeutet und worin sich dieses von vielen gelobte kaltgepresste Öl von heiß gepresstem Öl unterscheidet?
Es ist höchste Zeit zu überprüfen, was sich tatsächlich hinter diesem Werbeslogan verbirgt.
Um das jedoch zu tun, lohnt es sich, den gesamten Prozess der Ölgewinnung kurz nachzuverfolgen.
Wie entsteht Öl?
Die Herstellung von Öl, in diesem Fall Pflanzenöl, beginnt mit dem Anbau geeigneter Pflanzen.
In unserer Klimazone sind das vor allem Raps, Sonnenblume, Lein, Mohn sowie die etwas weniger verbreitete Nachtkerze.
Diese Pflanzen produzieren Fette, da sie zu den Hauptbestandteilen gehören, die ihnen Energie liefern und verschiedene Lebensprozesse unterstützen. Fette befinden sich hauptsächlich in Samen, Früchten und anderen Pflanzenteilen wie Wurzeln oder Stängeln. Sie werden in Pflanzenzellen in Form von Ölen oder Wachsen gespeichert.
Der nächste Schritt in der Produktion von Pflanzenölen ist die Ernte.
Die geernteten Ölsaaten müssen zunächst gereinigt und zerkleinert werden.
Ist dies erledigt, folgt der nächste Schritt der Ölherstellung, nämlich…
Ölpressung
Dies ist die Produktionsphase, in der die in den Samen enthaltenen Fette gewonnen werden.
Der Prozess der Ölpressung ist dank sogenannter Ölpressen möglich.
Auf dem Markt sind mehrere Arten solcher Geräte erhältlich:
Maschinen zur Ölpressung
Schneckenpressen – am häufigsten in der Industrie eingesetzt, pressen Öl mithilfe
einer rotierenden Schnecke, ideal für Heiß- und Kaltpressung.
Hydraulische Pressen – nutzen hydraulische Kraft zur Ölgewinnung, ideal für die Herstellung von kaltgepressten Ölen, zeichnen sich durch höhere Ölqualität aus.
Scheibenpressen – verwenden rotierende Scheiben zur Ölgewinnung, eingesetzt in mittleren Produktionsmengen.
Lösungsmittelextraktionspressen – verwenden chemische Lösungsmittel, ermöglichen hohe Effizienz, mindern jedoch die Ölqualität.
Was ist der Unterschied zwischen Kaltpressung und Heißpressung?
Die Antwort auf diese Frage scheint recht offensichtlich.
Der entscheidende Unterschied ist – wie man vermuten kann… die Temperatur.
Entgegen dem Anschein werden selbst bei der Kaltpressung die Samen auf etwa 45°C erwärmt. Die Erhöhung der Temperatur auf dieses Niveau erleichtert die Gewinnung der gewünschten Fette, während die meisten wertvollen Nährstoffe wie ungesättigte Fettsäuren (Omega-3, Omega-6), Vitamine (z. B. Vitamin E) und Antioxidantien erhalten bleiben.
Dadurch behält das Öl seinen vollen Nährwert und wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus, indem es das Herz-Kreislauf-System, das Immunsystem und die Haut unterstützt.
Die Heißpressung erfolgt bei Temperaturen über 100°C.
Durch das Erhitzen werden die Samen weicher, was die mechanische Ölgewinnung erleichtert.
Pflanzensamen enthalten zudem eine gewisse Menge Wasser, das beim Erhitzen verdampft und die Feuchtigkeit der Samen reduziert.
Wasser kann den Pressvorgang erschweren und seine Effizienz verringern.
Leider führt die Erhöhung der Presstemperatur zum Verlust vieler Nährstoffe und zur Verringerung der Ölqualität. Dieser Prozess kann zudem zur Bildung ungünstiger Verbindungen wie oxidierter Fettsäuren führen, die gesundheitsschädlich sind.
Heißgepresstes Öl hat oft einen weniger ausgeprägten Geschmack und Geruch, was ebenfalls auf die hohe Temperatur zurückzuführen ist.
Beim Heißpressen gehen einige gesundheitsfördernde Bestandteile wie Polyphenole verloren, die dem Öl seinen charakteristischen Geschmack und sein Aroma verleihen.
Für diejenigen, die Öle mit vollem Nährwert und Geschmack suchen, ist die Heißpressung weniger vorteilhaft.
Kaltgepresste Öle – gesünder und schmackhafter
Es ist daher leicht zu erkennen, dass kaltgepresste Öle wertvoller sind. Sie bewahren nicht nur ihren vollen Geschmack, sondern auch ihre Nährstoffe – wie die für das Gehirn wichtigen Omega-Fettsäuren und Vitamine. Kein Wunder also, dass solche Öle teurer sind und ihre Hersteller mit demselben Rohstoff mehr verdienen können.
Filtration
Der letzte Schritt der Ölproduktion ist die Filtration.
Die Filtration sorgt dafür, dass das Öl sauber, klar und für den Verzehr oder die weitere Verarbeitung geeignet ist. Einige Öle, insbesondere kaltgepresste, können trüb bleiben oder kleine Pflanzenreste enthalten. In diesem Fall kann das Öl – je nach Präferenz des Herstellers – zusätzlich geklärt werden, um ein transparentes, ästhetisch ansprechendes Produkt zu erhalten.
Für eine effektive Filtration werden unter anderem Plattenfilter und Rahmenplattenfilter eingesetzt. Am einfachsten ist es jedoch, ein fertiges Set zum Pressen und Filtern von Öl – hier erhältlich zu wählen. Dadurch ermöglicht ein Gerät die Gewinnung von gefiltertem Öl, das sofort zum Verzehr oder Vertrieb bereit ist.
Zusammenfassung – kaltgepresstes Öl vs. heißgepresstes Öl
Obwohl heißgepresste Öle günstiger und leichter herzustellen sein können, ist ihre Qualität in Bezug auf Nährwert und gesundheitliche Eigenschaften geringer als die von kaltgepressten Ölen.
Die Kaltpressung ermöglicht es, die meisten natürlichen Eigenschaften des Öls zu bewahren, einschließlich wertvoller Vitamine, Antioxidantien und Fettsäuren, weshalb solche Öle als gesünder gelten.
Natürlich finden auch heißgepresste Öle ihre Anwendung. Wenn sie jedoch nicht richtig gelagert werden, können sie mehr schädliche Verbindungen wie Transfettsäuren oder freie Radikale enthalten. Daher lohnt es sich, auf ihre Herkunft und Herstellungsweise zu achten.











