Alles, was Sie über Pelletpressen wissen müssen – Funktionsweise und Nutzung

Alles, was Sie über Pelletpressen wissen müssen – Funktionsweise und Nutzung

Pellets sind ein Brennmaterial, das sich in den letzten Jahren zu einem der führenden ökologischen Brennstoffe entwickelt hat. Ihre wachsende Beliebtheit ist sowohl auf wirtschaftliche als auch auf ökologische Faktoren zurückzuführen. Im Vergleich zu fossilen Brennstoffen wie Steinkohle oder Heizgas sind Pellets ein ausgewogenerer Brennstoff mit geringer Umweltbelastung sowohl bei der Herstellung als auch bei der Verbrennung. 

 

In Zeiten ständiger Turbulenzen auf den Märkten für fossile Brennstoffe kann ein einfach herzustellendes und leicht zu transportierendes Pellet zudem eine Garantie für Energiestabilität sein, insbesondere für Betriebe, die ihr eigenes Biobrennstoff produzieren. Die Einfachheit des Pellet-Herstellungsprozesses ist ebenfalls einer seiner unbestreitbaren Vorteile. 

 

Das zur Herstellung von Pellets erforderliche Werkzeug ist lediglich eine einfache Maschine, mit deren Hilfe Holzspäne, Hobelspäne, Sägemehl und andere natürliche Abfälle in energiereiche Granulate verwandelt werden können.

Es handelt sich um eine Pelletpresse (oder wenn Sie möchten – Pelletmaschine). Werfen wir einen genaueren Blick darauf.

 

Was ist eine Pelletpresse? – Grundlagen

 

Pelletpressen sind Maschinen, die dafür bestimmt sind, Biomasse zu Pelletgranulat zu pressen. Diese Geräte sind in verschiedenen Größen und Konfigurationen erhältlich und können sich hinsichtlich Arbeitsgeschwindigkeit, Automatisierungsgrad oder Antriebsart unterscheiden. Ihre Funktionsweise basiert jedoch stets auf demselben Prinzip – die Biomasse wird in die Maschine eingeführt und im Pelletierungsprozess zerkleinert, Temperatur und Druck ausgesetzt und anschließend durch die Matrize gepresst. 

Als Ergebnis erhalten wir zylindrische Granulate aus verdichteter Biomasse mit hoher Dichte und geringer Feuchtigkeit – also Pellets. 

 

Wie funktioniert eine Pelletpresse? Aufbau der Pelletpresse

 

Eine Pelletpresse enthält mehrere Schlüsselmechanismen, die eine effiziente Verarbeitung der Biomasse ermöglichen:

Antriebsmotor 

 

Er liefert die Energie für den Betrieb der gesamten Maschine und treibt die übrigen Komponenten an. 

Am beliebtesten sind elektrisch betriebene Pelletpressen. Es sind auch Modelle mit Benzin- oder Dieselmotor erhältlich.

Zerkleinerer 

 

Im Zerkleinerer befinden sich Messer oder Mahlwerke, die sich mit hoher Geschwindigkeit drehen.

Diese Elemente zerkleinern das Rohmaterial in kleinere Stücke und schneiden es auf die entsprechende Größe. 

Auf diese Weise wird das in die Maschine eingebrachte Material zunächst gründlich gemahlen. Einige Modelle von Pelletpressen sind zusätzlich mit einem System zur Kontrolle der Partikelgröße in Form eines Siebs oder einer Lochplatte ausgestattet. Diese Art von Schutz fängt zu große Biomassepartikel ab, die die Qualität der Pellets beeinträchtigen könnten.

Dank der anfänglichen mechanischen Verarbeitung des Rohmaterials sind weitere Prozesse möglich.

ACHTUNG: eine Pelletpresse erfüllt nicht die Funktion eines Häckslers, und die zugeführte Biomasse sollte vorzerkleinert sein. Die Partikelgröße des Schüttguts darf die Größe der Matrizenlöcher nicht überschreiten.

 

Walzen

 

Der rotierende Walzenmechanismus bewirkt die Bewegung der Biomasse im Inneren der Pelletpresse. Die in Rotation versetzten Walzen bewegen sich über die Matrize, drücken das Sägemehl in die Öffnungen und verleihen ihm so die charakteristische Granulatform. Die Reibung der Walzen erzeugt eine hohe Temperatur (bis zu 135 Grad Celsius), die die Plastizität der verarbeiteten Biomasse erhöht. Der Anpressdruck der Walzen ist ebenfalls für das „Verdichten“ der erhitzten Biomasse verantwortlich, was zu einer hohen Dichte der fertigen Pellets führt. 

 

Matrize der Pelletpresse

 

Die Matrize ist eine flache Metallplatte mit runden Öffnungen von mehreren Millimetern Durchmesser (meist zwischen 6 und 10 mm). 

Ihre Dicke hängt von der Art des verarbeiteten Rohmaterials ab.

Die allgemeine Regel für die Auswahl der geeigneten Matrize besagt: Je härter das der Pelletpresse zugeführte Material, desto geringer sollte die Dicke der Matrize sein. 

Für Kiefernhobelspäne beträgt sie beispielsweise 33 mm.

 

Dieses Element verleiht den Granulaten ihre endgültige Form und Größe. 

Der Walzenmechanismus presst die erhitzte Biomasse mit entsprechender Konsistenz durch die Perforation der Matrize. Auf diese Weise entstehen die Pelletpartikel.

WICHTIG: Dank des im Holz enthaltenen Lignins (einer natürlichen Substanz mit klebenden Eigenschaften) ist im Prozess der Biomasse-Granulierung kein externes Bindemittel erforderlich. 

Dadurch enthält das fertige Pellet keine Beimischung externer Chemikalien.



Auslauf

 

Die fertigen Pellets fallen durch einen Auslauf, meist in Form einer Metallrinne, aus der Maschine.

Nach dem Pressen sammeln sich die Granulate in einem unter der Rinne platzierten Behälter, wo sie auf Raumtemperatur abkühlen müssen. Hierfür werden manchmal spezielle Kühler mit Ventilatoren verwendet. Für den Transport der fertigen Pellets kann ein Schneckenförderer eingesetzt werden, der die kontinuierliche Brennstoffproduktion erleichtert.

Die abgekühlten Granulate sind gebrauchsfertig. 

 

Ist die Bedienung einer Pelletpresse schwierig?

 

Die Wettbewerbsfähigkeit von Pellets liegt unter anderem in der Einfachheit ihrer Herstellung. Nach der anfänglichen Kalibrierung des Geräts ist dessen Bedienung einfach und erfordert nicht die ständige Anwesenheit eines Fachmanns. Der Betrieb einer Pelletpresse kann außerdem leicht automatisiert werden, indem Schneckenfördersysteme zur Zuführung der Biomasse und zum Abtransport der fertigen Pellets zum vorgesehenen Lagerort eingesetzt werden. 

 

Die Vielzahl von Modellen in unterschiedlichen Größen und Leistungsstufen bedeutet, dass eine Pelletpresse sowohl für die lokale Brennstoffherstellung für den Eigenbedarf als auch für eine automatisierte, kommerzielle Produktion im großen Maßstab eingesetzt werden kann.

 

Pelletpressen erfordern, wie alle mechanischen Geräte, eine regelmäßige Wartung, z. B. das Schmieren der Mechanismen und das Entfernen von Verunreinigungen aus dem Inneren der Maschine. Dabei handelt es sich jedoch nicht um komplizierte Arbeiten und ihr Schwierigkeitsgrad übersteigt nicht die Wartung eines Benzinrasenmähers oder eines Heuschredders.

 

Pelletpresse – Leistung

 

Die Leistung einer Pelletpresse hängt von der Größe und der Motorleistung des jeweiligen Modells ab. Kleine, mobile Pelletpressen wie z. B. pelletnik 150 erreichen eine Leistung von 50–100 Kilogramm Granulat pro Stunde. Große Pelletproduktionslinien können etwa eine Tonne Pellets pro Stunde herstellen.

Bei den größten industriellen Pelletpressen kann die Leistung sogar zehn Tonnen pro Stunde erreichen.

Pelletpresse – für wen?

 

Eine Pelletpresse ist ein universelles Gerät, das sowohl in spezialisierten Holzverarbeitungsbetrieben als auch in landwirtschaftlichen Betrieben oder kleineren Werkstätten eingesetzt werden kann. Um erfolgreich Pellets zu produzieren, muss eine Voraussetzung erfüllt sein – ein ständiger Zugang zu Biomasse. Landwirtschaftliche Betriebe mit hohem Bioabfallaufkommen oder Sägewerke mit großen Mengen an Holzresten können dank einer Pelletpresse Energieunabhängigkeit erreichen. Die Umwandlung von Abfällen in Brennstoff ist eine ökologische und wirtschaftlich sinnvolle Lösung. 

Es lohnt sich jedoch zu prüfen, ob die verfügbare Biomasseart tatsächlich für die Pelletproduktion geeignet ist. Andernfalls kann man sich für die weniger anspruchsvolle Brikettproduktion entscheiden.

 

Mehr dazu finden Sie hier: Brikettpresse vs Pelletpresse

Was kann pelletiert werden?

Die beste Basis für die Verarbeitung mit einer Pelletpresse sind:

Holz, Holzspäne, Holzmehl, Hackschnitzel, Rinde, Reisig, Heu, Stroh, Samenschalen, Blätter, Sonnenblumenabfälle.

 

Warum lohnt es sich, eine Pelletpresse zu nutzen?

Die Nutzung einer Pelletpresse garantiert ein hohes Maß an Energieunabhängigkeit. Eigener Brennstoff ermöglicht es den Nutzern, sich gegen Preisschwankungen auf den Märkten oder lange und unsichere Lieferketten abzusichern. Durch die eigene Brennstoffproduktion gewinnen wir zudem die Kontrolle über den gesamten Produktionsprozess und haben Gewissheit über die Qualität des Brennmaterials. Dies kann sich als wichtig für den Erhalt eines guten Zustands der Heizungsanlage erweisen. 

 

Die Pelletproduktion ist außerdem eine alternative Form der Abfallbewirtschaftung. Viele der Materialien, die als Grundlage für die Herstellung von Biobrennstoffen dienen, müssten ohnehin entsorgt werden, daher verhindert die Nutzung ihres energetischen Potenzials im Pelletierungsprozess die Verschwendung von Ressourcen.

Langfristig kann sich eine einmalige Investition als rentable Anschaffung erweisen. Eine Pelletpresse lohnt sich einfach.

 
09.04.2025 20:08:46
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